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MÜNCHBERG - Am heutigen 25. November beginnt für die Kreuzbergschule in Münchberg ein neues Energiezeitalter. Mit diesem Tag wird ein hochmodernes Mini-Blockheizkraftwerk (Mini-BHKW) in Betrieb genommen, das die Grundschule mit Wärme und Strom versorgt. Der Stadt Münchberg als Eigentümerin des Schulgebäudes kostet die neue Heizungsanlage zunächst keinen Cent an Investition.
Grund ist ein Contracting-Vertrag mit der „Energieversorgung Münchberg - Schwarzenbach a. d. Saale (EMS)", einem gemeinsamen Tochterunternehmen der Städte Münchberg und Schwarzenbach a. d. Saale. Diese übernimmt als Partner die Investitionskosten. Die Stadt selbst zahlt lediglich einen Wärmepreis und muss sich dabei weder um Wartung noch Installation kümmern, so Bürgermeister Thomas Fein.
Mehr als 20 Prozent Energieeinsparung
Die alte Heizung in der Kreuzbergschule hatte bereits 25 Jahre „auf dem Buckel". Eine Wirtschaftlichkeitsberechnung hatte ergeben, dass eine neue und hocheffiziente Anlage, wie zum Beispiel ein Mini-BHKW, deutliche Energieeinsparungen von mehr als 20 Prozent mit sich bringt. So fiel dem Stadtrat die Entscheidung für die Modernisierung nicht schwer - zumal durch das Contracting-Angebot der EMS die Investitionskosten entfallen und diese Mittel für andere wichtige Projekte zur Verfügung stehen. Zudem wird das umweltschonende kleine Kraftwerk im Keller der Grundschule von der Bundesregierung großzügig gefördert.
In nur vier Wochen wurde das neue Mini-BHKW der Firma „KW Energie Technik" aus Freystadt eingebaut. Mit einer elektrischen Leistung von 20 kW und einer thermischen Leistung von 41 kW wird es den Strombedarf und einen großen Teil des Wärmebedarfs der Schule abdecken. Die Experten der EMS haben außerdem berechnet, dass der Primärenergiebedarf um etwa 22 Prozent sinken wird. „Das kommt nicht nur den Energiekosten der Stadt Münchberg zugute", betont EMS-Geschäftsführer Michael Dietel. „Auch der Klimaschutz in Münchberg profitiert, denn durch die höhere Effizienz wird auch weniger CO2 ausgestoßen."
Grund für die hohen Einsparungen ist das Prinzip der Kraft-Wärme-Kopplung, welches dem Mini-BHKW zugrunde liegt. Durch die Verbrennung von Erdgas wird ein Generator angetrieben, der Strom erzeugt. Die dabei entstehende Wärme geht nicht, wie in konventionellen Stromkraftwerken, verloren, sondern wird effizient genutzt. Sie dient zum Heizen der Schulräume und zum Erhitzen von Brauchwasser.
Das Mini-BHKW ist so ausgelegt, dass es den Grundwärmebedarf des Gebäudes abdecken kann. An kalten Wintertagen liefert jedoch ein moderner Erdgas-Brennwertkessel zusätzlich benötigte Wärme für die Klassenzimmer, damit die rd. 190 Schüler auch bei eisigen Außentemperaturen in angenehm warmen Schulräumen lernen können. „Selbstverständlich wurde beim Erdgas-Brennwertkessel ebenfalls auf hohe Energieeffizienz geachtet, damit weitere Einsparungen möglich sind", unterstreicht Dietel. Das Gerät von Viessmann mit einem Nutzungsgrad von bis zu 97 Prozent (bezogen auf den Brennwert) wurde bereits in den Sommerferien eingebaut und hat bereits in der Übergangszeit den 25 Jahre alten Heizkessel ersetzt.
Die neue Heizungsanlage ist nur ein Punkt in einer umfassenden energetischen Sanierung des Schulgebäudes. So wurde zum Beispiel im Sommer nicht nur der moderne Brennwertkessel eingebaut, sondern auch die museumsreife Elektroverteilung der Schule saniert. Dabei wurde beim Strom-Hausanschluss der Anschlusspunkt durch die Stadtwerke Münchberg erneuert. „Dies war notwendig, weil das BHKW mehr Strom produziert, als die Schule benötigt", erklärt EMS-Geschäftsführer Michael Dietel. „Der Überschuss wird in das Stromnetz der EMS eingespeist."
Regionale Handwerksbetriebe im Einsatz
Wie gewohnt setzte die EMS bei der Sanierung der alten Heizungs- und Elektroanlage auf erfahrene Firmen aus der Region. Während die Fa. Siegel GmbH aus Münchberg den alten Heizkessel austauschte, übernahm die Firma Kießling Elektrotechnik, Münchberg, die Sanierung der Elektroverteilung. Das Mini-BHKW installierte die „WUN Solar GmbH" aus Wunsiedel ein, die sich auf den Einbau effizienter und umweltschonender Energietechnik spezialisiert hat.
Weitere Energiesparmaßnahmen folgen im nächsten Jahr
Die weitere energetische Sanierung (neue Fenster, Dämmung usw.) einschl. untergeordneter sonstiger Maßnahmen (wie Verbesserung des Brandschutzes, zweiter Fluchtweg usw.) wird durch die Stadtbauamt im Rahmen des Konjunkturpaktes II mit einem weiteren Auftragsvolumen von nahezu 1,6 Mio. ¤ (ohne Stadtwerke/EMS) im Jahre 2009 soweit vorbereitet, dass in den ersten Monaten des Jahres 2010 die Ausschreibungen erfolgen können. Hierfür erhält die Stadt Münchberg im Rahmen des Konjunkturpaktes eine staatliche Förderung von 1.373.700 ¤ (87,5 % der zuwendungsfähigen Kosten). Der Baubeginn ist für das Frühjahr 2010 vorgesehen, Fertigstellung soll bis Ende 2011 erfolgen. Da die Baumaßnahmen bei "laufendem" Betrieb durchgeführt werden müssen, erfordert dies eine gut vorbereitete Koordinierung.
Die zweite Maßnahme der Stadt im Rahmen des Konjunkturpaktes II, die energetische Sanierung des Kindergartens Ganghofer Str., ist mit einem Kostenvolumen von mehr als 457.000 ¤ derzeit voll im Laufen. Auch hier sind zahlreiche Münchberger Handwerksfirmen mit eingebunden.