Christian Bernreiter, MdL, macht sich ein Bild vom Zustand des Münchberger Bahnhofs


Bereits im Jahr 2017 hat die Bahntochter DB Station & Service bestätigt, dass der Bahnhof in Münchberg barrierefrei ausgebaut wird. Geplant war, dass die Bahn mit der schrittweisen Modernisierung im Jahr 2020 startet. Trotz der Zusage hat sich bis heute für Fahrgäste mit Rollstuhl, Rollator, Kinderwagen, Fahrrad oder schwerem Gepäck keine Verbesserung ergeben.

Dies nahm Bürgermeister Christian Zuber zum Anlass, den Bay. Staatsminister für Wohnen, Bau und Verkehr, Christian Bernreiter nach Münchberg einzuladen, um ihm vor Ort die Problematik zu erläutern. Münchberg wird seit 2017 immer wieder vertröstet, wenn es um den barrierefreien Ausbau des Bahnhofs geht. Jüngste Nachfragen bei der Deutschen Bahn ergaben, dass Münchberg wohl erst 2028 mit einem Umbau des Bahnhofs rechnen kann. Dies will der Rathauschef nicht als gegeben hinnehmen und bittet das Staatsministerium um Unterstützung.

Christian Bernreiter, MdL, räumt ein, dass bei diesem Vorhaben einzig und alleine die Deutsche Bahn zuständig ist. Nichtsdestotrotz möchte er die Entwicklungen im Auge behalten, er betonte, dass man hier auf der gleichen Seite kämpfe. Laut Staatsminister ist der Ausbau des Münchberger Bahnhofes in der Entwurfs- und Genehmigungsplanung. Dies ist schon einmal ein gutes Zeichen.

Der Bund bietet derzeit kein Förderprogramm für Bahnhöfe mit unter 1000 Ein- und Aussteigern – in Münchberg steigen täglich 950 Fahrgäste ein und aus. Bürgermeister Christian Zuber machte im Beisein von vielen Stadträten deutlich, dass Münchberg das Potential für wesentlich mehr Nutzer der Bahn habe, es jedoch daran scheitere, die hinteren Gleise barrierefrei zu erreichen: „Wir würden diese Grenze locker reißen!“

Landrat Dr. Oliver Bär dankte Christian Bernreiter für die Unterstützung bei der Anbindung des Landkreises Hof an den VGN (Verkehrsverbund Großraum Nürnberg). Dadurch haben die Bahnhöfe in der Region wieder einen höheren Stellenwert, da sich günstigere Reisemöglichkeiten ergeben. Sowohl Bürgermeister als auch Landrat machen deutlich, dass der Bahnhof in seinem jetzigen Zustand nicht der Bedeutung der Stadt Münchberg angemessen sei. Gründe hierfür gebe es viele:  Münchberg als die größte Stadt im Landkreis Hof hat nicht nur durch das Grüne Zentrum, die Kliniken Hochfranken und durch die Hochschule ein hohes Maß an Pendlern bzw. Besuchern. Es kämen auch immer mehr Studierende aus ganz Deutschland und der ganzen Welt und man müsse vermeiden, dass der erste Eindruck ein sanierungsbedürftiger Bahnhof sei.

Christian Zuber bringt einen pragmatischen Vorschlag vor, dass der Ausbau der vorhandenen Furt eine möglicherweise schnellere und kostengünstigere Alternative zum Einbau von wartungsintensiven Aufzuganlagen sei. Der Staatsminister macht hier jedoch wenig Hoffnung, da diese Möglichkeiten wohl mittlerweile untersagt ist und nur noch bei Bestandsanlagen greife.
Das Bahnhofsgebäude ist Privateigentum. Christian Zuber freut es sehr, dass in die Räumlichkeiten zunächst mit einer Gastronomie und im zweiten Schritt mit einem Friseursalon neues Leben einzieht. Ein Teil werde durch die Goblins genutzt, die sich sehr um ihren Gebäudeteil kümmern. Zudem gäbe es vom Eigentümer Signale, auch an der Gebäudefassade Verbesserungen vorzunehmen.

Zusammen mit Christian Bernreiter, MdL, Landrat Dr. Oliver Bär und Vertretern des Stadtrates und des Seniorenbeirates ging es weiter zum Götz-Areal. Bürgermeister Christian Zuber nutzte die Gelegenheit, um den geplanten Neubau, der als Scharnierfunktion zwischen Bahnhof und Innenstadt fungieren soll, ins Gespräch zu bringen. Geht man von den derzeitigen Baupreisen aus, so muss man wohl mit 17 bis 18 Millionen Euro rechnen, um das Gebäude an der Ottostraße errichten zu können. Dem gegenüber steht ein Mietpreis von ca. 8,50 €/m² in Münchberg. Im Moment ist noch unklar, wie diese Finanzierungslücke geschlossen werden kann. Hier braucht es die Unterstützung durch eine gute Förderkulisse.

Landrat Dr. Oliver Bär und Bürgermeister Christian Zuber sind sich einig, dass die Förderoffensive Nordostbayern ein Segen für unsere Region ist und das Münchberg durchaus von der Städtebauförderung des Bundes und des Landes sehr gut profitiert habe. Mit diesen Geldern konnten Projekte, wie etwa die Sanierung unseres Schützenhauses, umgesetzt und damit die Attraktivität unserer Region gesteigert werden. Man ist dankbar für jede Unterstützung, die aus München kommt. Der Bürgermeister lobte in diesem Zusammenhang auch das gute und konstruktive Miteinander mit den verschiedensten Abteilungen der Regierung von Oberfranken.

Nach dem Termin waren sich alle einig: Der Druck muss weiterhin hochgehalten werden, um den Ausbau des Münchberger Bahnhofes voranzutreiben und sichtbare Verbesserungen zu erreichen.